Erfahrungsberichte von Ehemaligen

Sohejla Bayatloo – Abitur 2017
Grundstudium: Zentralbankwesen/ Central Banking an der Hochschule der Deutschen Bundesbank
Nach dem Realschulabschluss begann ich mit 17 Jahren eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Doch schon währenddessen merkte ich, dass mir das nicht ausreicht. Ich fühlte mich in noch so jungen Jahren zu festgelegt auf diesen Berufszweig.
Das Hessenkolleg gab mir die Möglichkeit, kleinschrittig (mit Vorbereitung im Vorkurs) das Abitur nach 3,5 Jahren zu meistern und das auch noch tagsüber und mit finanzieller Unterstützung (Bafög). Dabei tragen die kleinen Klassen wesentlich dazu bei, den Inhalt intensiv durchnehmen zu können.
Das Abitur öffnet alle Türen zum höheren Bildungsangebot in Deutschland. Die Lehrer selbst unterstützen nicht nur beim Erreichen des Abiturs, sondern auch bei der Gestaltung des Weges darüber hinaus.
Hilfreich sind aber auch die Unitage, die einen ersten Einblick in das Studienangebot Frankfurts geben können. Auf den dualen Studiengang Zentralbankwesen/ Central Banking bin ich über die Messe Vocatium, eine Fachmesse für Ausbildung und Studium, gekommen, für das das HKF Termine für seine Studierenden vereinbart. Hier kann man sich direkt an den Ständen der Hochschulen informieren.

Manfred Bauer – Abitur 2003 – Rektor
Realschule und ein Dutzend überflüssiger Berufsjahre als Bankkaufmann.
Dank des Hessenkollegs gelang schließlich noch der langersehnte Wunsch Lehrer zu werden, getragen von professionellen und originären Pädagogen des zweiten Bildungsweges, die an mich glaubten, prägten und zielführend voranbrachten.
Mit einer gewissen Lebenserfahrung, Beharrlichkeit und wunderbaren Zeit am Kolleg führte der Weg erfolgreich ins Studium und schließlich in die Schule. Mittlerweile gehöre ich der Schulleitung an und kann Schule mitgestalten. Ebenso kooperiere ich mit der Goethe-Universität sowie der Lehrkräfteakademie und gebe Wissen und Erfahrung an nachfolgende Generationen weiter ohne zu vergessen menschlich und dankbar zu bleiben.

Florian Bonvissuto – Abitur 2007
2008: Studium der Wirtschaftspädagogik und Sport
Heute, 2018: Studienrat für Wirtschaft und Verwaltung sowie Sport
Vom gelernten Heizungsbauer zum Studienrat. Früh entdeckte ich meinen Drang zur persönlichen Weiterentwicklung. Nur die Kanäle waren noch unklar. Der Gesellenbrief war erst der Anfang. Die nachfolgende nebenberufliche Ausbildung zum Industriekaufmann eröffnete mir weitere Chancen mich zu entwickeln. Es folgte eine Tätigkeit im kaufmännischen Bereich eines Großkonzerns. Ständig mit Weiterbildungsmaßnahmen an der IHK beschäftigt, machte ich noch eine Ausbildung zum zertifizierten Projektmanager beim Projekt Management Institute PMI. Aber was nun, dachte ich mir. Da beschloss ich studieren zu gehen. Aber ohne Abitur geht das nicht. Glücklicherweise gibt es das Hessenkolleg in Frankfurt. Nach erfolgreicher Aufnahmeprüfung begann ich wieder die Schulbank zu drücken. Aufregend war das, im Alter von 33 Jahren. Zwei Klassenfahrten später und einer hervorragenden schulischen Ausbildung machte ich das Abitur im Winter 2007. Jetzt begann der Traum, endlich studieren. Danke Hessenkolleg Frankfurt. Heute bin ich Studienrat und unterrichte an einer Berufsschule. Ich würde alles noch mal so machen, na ja (mit einem Augenzwinkern) vielleicht ein bis zwei Jahre eher.

Sascha Görnert – Abitur 2017
2017: 1. Semester Wirtschaftsinformatik - Softwareengineering an der DHBW Mannheim
2018: 1. Praxiseinsatz im Unternehmen DER Touristik Deutschland GmbH
Während meiner früheren Tätigkeit im Außendienst fehlte mir die Aussicht auf eine langfristige berufliche Weiterentwicklung. In Stellenausschreibungen, die mich interessierten, war immer wieder das Abitur Voraussetzung. 2014 entschloss ich mich dann, das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachzuholen. In meiner Zeit am Hessenkolleg Frankfurt habe ich eine äußerst positive Entwicklung durchlaufen. Neben dem erworbenen Wissen sind auch Freundschaften entstanden, die über die Zeit am HKF hinaus bestehen. Mit 30 habe ich nun mein duales Studium an der DHBW in Mannheim in Kooperation mit der DER Touristik in Frankfurt begonnen.
Es ist ein tolles Gefühl, endlich in dem Bereich tätig zu sein, der mich erfüllt.
Ich bin dankbar, dass mir das Hessenkolleg Frankfurt diesen Weg ermöglicht hat und kann jedem, egal welchen Alters, empfehlen den Schritt zu wagen.

Tobias Kammann – Abitur 2012
2018: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Gesundheitspsychologie am psychologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz
Nach dem Erreichen der Volljährigkeit brach ich die Schule ohne Erlangung der Hochschulreife ab. In den folgenden Jahren schlug ich mich mit unqualifizierten Jobs in der Gastronomie, als Chauffeur, Taxifahrer, Kampfsporttrainer und Türsteher durch. Das Studium meiner Ehefrau trug in dieser Phase zu meinem Interesse bei, mein Potential stärker zu nutzen und auszubauen. Durch die positive Lernatmosphäre und die wertschätzende Grundhaltung, die am HKF herrscht, empfand ich die Zeit des Kollegbesuchs trotz einiger schwieriger Phasen als sehr bereichernd. Dort konnte ich mir die Basis erarbeiten, um anschließend ein Psychologiestudium mit einem Masterabschluss zu absolvieren, wobei mir auch das Stipendium der Studienstiftung geholfen hat. Aktuell bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich der Gesundheitspsychologie und beginne ab Oktober diesen Jahres mit einer Weiterbildung zur Erlangung der Approbation als psychologischer Psychotherapeut in kognitiver Verhaltenstherapie.

Antonietta Zurlo – Fachhochschulreife 2005
Studium der Architektur
Bachelor und Master of Arts an der Hochschule Darmstadt
Masterabschluss: Februar 2018
Mutter

Im Hessenkolleg Frankfurt (HKF) wurde ich bestens auf mein Studium vorbereitet. Die Zeit am HKF war eine wichtige Etappe in meinem Leben, die mich sehr geprägt hat. Ich habe in dieser Zeit viel gelernt, nicht nur von den Lehrern, sondern auch von meinen Mitschülern und vor allem über mich selbst. Dort entdeckte ich mein Interesse an Architektur. Vor allem im Kunstunterricht entwickelte sich meine Begeisterung für die Kunst des Bauens. Sie hat mich während meines Bachelor- und Masterstudiums begleitet. Künftig werde ich dieser Leidenschaft in meinem Beruf nachgehen können. Nach meinem Masterabschluss in Architektur, Anfang 2018, genieße ich zunächst einmal die Zeit mit meinem einjährigen Sohn.

Im Alter von sechzehn Jahren hatte ich nicht wirklich ein Verständnis dafür, wie wichtig die schulische Bildung für mich sein würde. Ich wollte eine Ausbildung als Friseurin machen, dafür brauchte man kein Abitur. Ich verließ mit einem Hauptabschluss die Integrierte Gesamtschule. Den Entschluss, mein Abitur am HKF nachzuholen, traf ich, nachdem ich meinen Ausbildungsberuf als Friseurin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben konnte.

Kathrin Meinhardt – Abitur 2009
2018: Supervisor Clinical Trial Services

Als ich mit 20 Jahren mein Krankenschwester-Examen in den Händen hielt, dachte ich, das sei meine letzte Prüfung in meinem Leben. Heute weiß ich, es sollten noch hunderte Folgen. Mit 23 entschloss ich mich mein Abitur am Hessenkolleg Frankfurt nachzuholen. Es war eine der besten Entscheidungen und schönsten Zeiten meines Lebens. Ich habe sehr viel, weit über den Unterrichtsstoff hinaus, lernen dürfen. Die Lehrer waren ohne Ausnahme hochmotiviert. Nach dem Abitur habe ich nebenberuflich Lehramt für Medizinfachberufe (B.A.) und anschließend Clinical Trial Management (M.Sc.) studiert. Heute wohne ich in der Schweiz und leite in einer Medizinproduktefirma zwei Teams. In den 10 Jahren, die ich gelernt habe, gab es zum Teil schwere Zeiten, aber ich bin sehr froh, dass ich niemals aufgegeben habe. Der Weg hat sich mehr als gelohnt.

Amelie Schiek – Abitur Lg. 52, 2014
Studium der Psychologie an der Goethe Universität Frankfurt

Der Besuch des Hessenkollegs war eine sehr schöne Zeit, die Lehrer sind alle toll und ich habe wichtige Freundschaften geschlossen. Der Wissenszuwachs ist zu dieser Zeit so groß wie nie zuvor und deswegen auch für meine persönliche Entwicklung sehr bereichernd gewesen. Der entscheidende Punkt ist natürlich die Erlangung der Hochschulberechtigung, der mich an die Goethe Universität geführt hat. Die verbesserten Aussichten für die Zukunft machen mich persönlich optimistisch und stolz.

"Dabei hatte ich früher nie daran gedacht, dass ich einmal studieren könnte."

Tobias Sofke – Abitur 2015
Student Poltikwissenschaft

Vor dem HKF ging ich zur Realschule und machte danach mangels besserer Ideen eine Ausbildung zum Medientechniker – Ich weiß bis heute nicht so genau, was das überhaupt ist. Nach meiner Ausbildung durfte ich dann noch zum Zivildienst und habe dort gemerkt, dass ich eigentlich lieber studieren würde, weshalb ich im Anschluss daran an das HKF ging.

Ich habe zu keiner Zeit bereut, diese Schule besucht zu haben und kann mir kaum eine bessere Lernatmosphäre vorstellen, um seine „Studierfähigkeit“ zu erwerben. Partys, Lehrer und BAFÖG haben dafür gesorgt, dass ich eine so gute Zeit hatte, dass ich sogar nochmal ein halbes Jahr verlängert habe.

Jetzt studiere ich Politikwissenschaft und konnte feststellen, dass für Bewerbungen auf Praktika der ungewöhnlichere Lebenslauf sogar von Vorteil sein kann, da man irgendwie besonderer ist als der Rest.

Hätte ich Kinder, würde ich sie aufs HKF schicken.